Dienstag, 16. Mai 2017

Alltagsmomente - Adios altbackener Herd

Mein Weg zum Induktionsherd

Bis vor zwei Jahren hatten wir noch einen altmodischen Herd zum Kochen. Wisst ihr, so ein schickes Teil mit vier Platten und dicken Drehknöpfen, die beim Drehen knacken. Als dieses antike Stück den Geist aufgab, musste kurzfristig ein neuer Herd her.

Wir steuerten kurzerhand ein Elektrofachgeschäft an. Ich wollte unbedingt einen ähnlichen Herd, wie ich ihn hatte, denn damit kam ich bestens zurecht. Oliver wehrte sich mit Händen und Füßen und er argumentierte, dass diese altbackenen Herde unglaublich viel Strom fressen würden.

Freitag, 12. Mai 2017

Glücksmomente - Nordic Walking

Blind und Fitness im Wald, geht das?

Ich muss euch wirklich gestehen, dass ich in meinem früheren, sehenden Leben immer etwas geschmunzelt habe, wenn ich Menschen gesehen habe, die mit ihren Nordic Walking-Stöcken durch den Wald marschiert sind.

Für mich persönlich war das ein unvorstellbarer Sport, dachte ich.

Wieder einmal wurde ich eines Besseren belehrt, denn im Frühjahr 2012 entdeckte ich diesen Sport für mich.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Glücksmomente - Benefizfest für mehrfach behindertes Mädchen

Man muss nur mutig sein 
und Ideen entwickeln, um zu helfen

Ein Mädchen aus unserem Dorf ist mehrfach behindert und trauriger Weise ohne Augen zur Welt gekommen. 

Ja, ihr habt leider richtig gelesen, ihr fehlen beide Augen.

Für die Familie wurden im Laufe der Jahre zahlreiche behindertengerechte Umbaumaßnahmen von Nöten, die auch alle finanziert werden mussten. Betroffen von diesen traurigen und bitteren Fakten reiften bei Oliver und mir Überlegungen, wie wir diese Familie unterstützen könnten und bald darauf stand fest, wir organisieren ein Benefizfest für das damals zwölfjährige Mädchen.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Glücksmomente - Die Suche nach Perlen

Wie erklärt man Kindern Blindheit?

Als Franzi ins fünfte Schuljahr kam, war ich gerade mal eineinhalb Jahre blind. Mit der Klassenlehrerin hatten wir großes Glück und ich freundete mich relativ schnell mit ihr an. Christiane, Franzis Lehrerin, und ich verstanden uns auf Anhieb und so reifte langsam der Gedanke, dass ich einmal am Unterricht teilnehmen würde, um den Kindern ein wenig das Thema Blindheit zu erklären.

Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht, wie ich am besten auf die Kinder zugehen sollte, um ihnen ein stückweit von dem Gefühl der Blindheit zu vermitteln, aber natürlich auch ohne sie ganz furchtbar zu erschrecken.

Sonntag, 30. April 2017

Alltagsmomente - Liebe Freundin Personenwaage

Blind und "moppelig"

Bereits im Teenager-Alter hatte ich Probleme mit meinem Körpergewicht. Bei einer Körpergröße von 175 cm sind circa 95 kg Gewicht leider schon ganz schön ordentlich.

Nach meiner Erblindung und der Entlassung aus dem Krankenhaus hatte ich bereits ein paar Kilos abgenommen und lag so bei 82 kg. Aber, das sollte sich noch ändern.

Es gibt Menschen, die nach einem Schicksalsschlag keinen Appetit mehr haben und an Gewicht verlieren. Natürlich gibt es aber auch Menschen, die nach einem Schicksalsschlag nur noch futtern können. Ich gehörte zu der zweiten Sorte Menschen. 

Ich verfiel in ein richtiges Frustfressen und stopfte Essen nur noch in mich hinein. 

Essen, essen, essen… 
War mein Motto! 


Samstag, 29. April 2017

Dunkelmomente - Blinde Floristin

Bittere Einsicht

Wie ihr bereits wisst, war ich in meinem sehenden Leben mit Leib und Seele Floristin. Bis heute fehlt mir diese Tätigkeit unheimlich.

Im Oktober 2005, kurz vor Aller Heiligen, fragte ich mich, wo wir die Gestecke für die verstorbenen Familienangehörigen bestellen sollten. Aber kurzer Hand sagte ich zu meiner Tante: „Ich werde das schaffen“, Oliver hilft mir sicherlich dabei.

Und wir schafften es gemeinsam.

Oliver wusste ja genau, wie die Gestecke aussehen sollten und die sahen dann tatsächlich so aus wie früher. Einfach perfekt und ich hatte wieder Spaß und war total stolz auf mich. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf.

Montag, 24. April 2017

Glücksmomente - Gartenarbeit die glücklich macht

Blinde Maulwurfeline buddelt im Garten

Ihr fragt euch sicher, was kann schon ein blinder Mensch im Garten arbeiten? Aber ich sage euch, auch das funktioniert.

Mit meinem lieben Mann Oliver, habe ich unseren Garten gestaltet. Ganz nach meinen Vorstellungen haben wir ihn angelegt, sodass ich genau weiß, wo was eingepflanzt ist, wo welche Blümchen wachsen und ich kann all diese Pflänzchen erfühlen.

Daher fällt es mir tatsächlich leicht, nach Lust und Laune in unserem Garten zu buddeln.

Unkraut zupfen, Unkraut zwischen den Verbundsteinen entfernen, Bäume schneiden, alles kein Problem für mich und es macht mir unglaublich viel Spaß im Garten zu arbeiten. Ich komme so auf andere Gedanken und der Tag allein zuhause ist nicht so furchtbar lang.