Freitag, 2. Juni 2017

Alltagsmomente - Farb-Lese-Gerät

Manchmal bunt wie ein Papagei, aber rote Zwiebeln sind rot und braune sind braun

Das Farb-Laser Gerät ist für uns blinde Menschen ein sehr wichtiges Hilfsmittel. Etwa drei Jahre nach meiner Erblindung, habe ich es mir zugelegt. Mir ging es nämlich auf den Wecker, ständig fragen zu müssen, was für eine Farbe hat dieses T-Shirt, welche Farbe hat Dies und welche Farbe hat Das.

Das Farb-Lese-Gerät hat zwei Funktionen.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Alltagsmomente - Heiligtum Küche

Der Klang von Pfeffer und Salz

Unsere Küche ist mein Heiligtum und auch mein Lieblingsort im ganzen Haus. Ich bin sehr froh, dass ich vier Jahre lang in unserem Haus als sehender Mensch leben durfte, denn somit habe ich die Räumlichkeiten immer noch bildlich vor Augen. So ist es auch mit meiner Küche.

Viele Bestückungen der Küchenschränke haben wir so gelassen wie ich es wirklich noch vor Augen habe und wenn mal etwas umgestellt werden muss, dann tu ich das, damit ich mich stets gut zurechtfinde. Auf der Küchenarbeitsfläche hat alles seinen Platz und ich möchte, dass dort nichts rumsteht, was nicht dorthin gehört.

Ich gebe zu, da bin ich recht pingelig.

Dienstag, 23. Mai 2017

Witzmomente - Urlaub in Spanien und nackte Tatsachen

Vertraue niemals blind, wenn du Sangria getrunken hast

Ihr Lieben, es ist so wunderschönes Wetter und ich sitze auf unserer Terrasse im Grünen und unter unseren Palmen. Ich lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen, habe die Augen geschlossen und stelle mir vor, ich liege am Strand in Spanien. 

Ich höre das Meeresrauschen und trinke eine leckere Sangria.
Dazu fällt mir doch spontan eine Geschichte ein, die ich euch unbedingt erzählen muss. Sie passt gut in die Blog-Kategorie:

„Witzmomente“.

Dienstag, 16. Mai 2017

Alltagsmomente - Adios altbackener Herd

Mein Weg zum Induktionsherd

Bis vor zwei Jahren hatten wir noch einen altmodischen Herd zum Kochen. Wisst ihr, so ein schickes Teil mit vier Platten und dicken Drehknöpfen, die beim Drehen knacken. Als dieses antike Stück den Geist aufgab, musste kurzfristig ein neuer Herd her.

Wir steuerten kurzerhand ein Elektrofachgeschäft an. Ich wollte unbedingt einen ähnlichen Herd, wie ich ihn hatte, denn damit kam ich bestens zurecht. Oliver wehrte sich mit Händen und Füßen und er argumentierte, dass diese altbackenen Herde unglaublich viel Strom fressen würden.

Freitag, 12. Mai 2017

Glücksmomente - Nordic Walking

Blind und Fitness im Wald, geht das?

Ich muss euch wirklich gestehen, dass ich in meinem früheren, sehenden Leben immer etwas geschmunzelt habe, wenn ich Menschen gesehen habe, die mit ihren Nordic Walking-Stöcken durch den Wald marschiert sind.

Für mich persönlich war das ein unvorstellbarer Sport, dachte ich.

Wieder einmal wurde ich eines Besseren belehrt, denn im Frühjahr 2012 entdeckte ich diesen Sport für mich.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Glücksmomente - Benefizfest für mehrfach behindertes Mädchen

Man muss nur mutig sein 
und Ideen entwickeln, um zu helfen

Ein Mädchen aus unserem Dorf ist mehrfach behindert und trauriger Weise ohne Augen zur Welt gekommen. 

Ja, ihr habt leider richtig gelesen, ihr fehlen beide Augen.

Für die Familie wurden im Laufe der Jahre zahlreiche behindertengerechte Umbaumaßnahmen von Nöten, die auch alle finanziert werden mussten. Betroffen von diesen traurigen und bitteren Fakten reiften bei Oliver und mir Überlegungen, wie wir diese Familie unterstützen könnten und bald darauf stand fest, wir organisieren ein Benefizfest für das damals zwölfjährige Mädchen.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Glücksmomente - Die Suche nach Perlen

Wie erklärt man Kindern Blindheit?

Als Franzi ins fünfte Schuljahr kam, war ich gerade mal eineinhalb Jahre blind. Mit der Klassenlehrerin hatten wir großes Glück und ich freundete mich relativ schnell mit ihr an. Christiane, Franzis Lehrerin, und ich verstanden uns auf Anhieb und so reifte langsam der Gedanke, dass ich einmal am Unterricht teilnehmen würde, um den Kindern ein wenig das Thema Blindheit zu erklären.

Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht, wie ich am besten auf die Kinder zugehen sollte, um ihnen ein stückweit von dem Gefühl der Blindheit zu vermitteln, aber natürlich auch ohne sie ganz furchtbar zu erschrecken.