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Mittwoch, 11. Oktober 2017

Glücksmomente - Blinde Begegnung

Danke lieber Lichtscherben Blog


Am 5. Oktober machte ich mich mal wieder allein auf den Weg. Mein Weg führte mich dieses Mal nach Bad Bensheim, wo am Abend die Lesung zu Andreas Pflügers neuem Thriller Niemals stattfinden sollte.

Ach, was für eine angenehme Bahnfahrt. Nicht zu vergleichen mit meiner holperigen und chaotischen Fahrt in die Schweiz (Klick HIER, wenn du die Story noch nicht gelesen hast).

Sogar die gebuchte Umstiegshilfe für mobilitätseingeschränkte Menschen funktionierte einwandfrei. Ein netter Bahn-Mitarbeiter begleitete mich zum richtigen Gleis und blieb sogar bei mir, bis die Regionalbahn eintrudelte. Dann brachte er mich zu meinem Abteil, stellte meinen Trolley ins Abteil und teilte mir mit, ich könne mich nun setzten. Als er sich verabschiedet hatte, nicht ohne vorher meinen herzlichen Dank zu erhalten, drehte ich mich um und viel erst einmal prompt über den Trolley. Erst im letzten Moment konnte ich mich noch so eben auffangen.

Herzlich willkommen! Ich war im Zugabteil angekommen.

Donnerstag, 21. September 2017

Dunkelmomente - Abenteuer Deutsche Bahn Teil 2

Fahrt mit der Deutschen Bahn und meine blinde Sehnsucht nach Hause


Ein paar Tage bevor ich die Heimreise aus der Schweiz antreten wollte, erkundigte ich mich erneut telefonisch bei der Deutschen Bahn, wie sich meine „barrierefreie“ Rückreise gestalten würde.

Ach, du lieber Gott! 

Noch komplizierter als die Hinfahrt.

Wie auf im Beitrag (Link zum Beitrag) meiner Hinfahrt in die Schweiz bereits berichtet, würde der Zug nicht von Zürich bis Baden Baden fahren, sondern nach Basel.

Zu meinem Entsetzen teilte man mir am Servicetelefon mit, dass es den Taxi-Service, den man mobilitätseingeschränkten Reisenden, Sehbehinderten und Rollstuhlfahrern zwischen Baden Baden und Rastatt angeboten hatte, nicht mehr gäbe. Ist das nicht irre, wie schnelllebig die Bahn Entscheidungen trifft? Dieser Service würde nur noch für Rollstuhlfahrer mit Elektromotor angeboten werden. Des Weiteren teilte mir die Dame mit, dass man nicht ausreichend genug Personal zur Verfügung habe, um sich um alle behinderten Reisenden zu kümmern.

Herzlichen Glückwunsch Kerstin, es kann ja nur noch besser werden. 

Montag, 18. September 2017

Dunkelmomente - Abenteuer Fahrt mit der Deutschen Bahn Teil 1

Hilflos + verlassen = Deutschen Bahn


Heute möchte ich euch von meiner Bahnfahrt in die Schweiz erzählen, die ich voller Unruhe, aber dennoch auch mit Stolz als blinder Mensch angetreten habe.

Klingt eigentlich nicht schwer, oder? Die Deutsche Bahn bietet schließlich Service und Umstiegshilfen für mobilitätseingeschränkte Menschen (Mobilitäts-Service) an. Saarbrücken – Mannheim, Umstiegshilfe in Mannheim und weiter nach Zürich. Das sollte doch klappen.

Schön wäre es gewesen.

Freitag, 25. August 2017

Alltagsmomente - Lust auf ein Nutella-Brot und schlimme Folgen

Brot schneiden und ZACK

Hey ihr Lieben,

habt ihr mich vermisst? Anja hatte leider ein paar unruhige Tage, bevor sie in den zweiwöchigen Urlaub ging und dann war auch ich ein paar Tage nicht da, davon werde ich euch noch berichten. Deshalb blieb es hier eine kleine Zeit lang still. Auch ich bin nicht immer in der Stimmung Texte zu diktieren, die Anja dann für mich schreibt, aber heute habe ich endlich einen neuen Beitrag für euch und ich hoffe, dass er euch gefällt. Obwohl, von gefallen kann glaube ich nicht die Rede sein, denn ihr werdet eine kleine Gänsehaut zu spüren bekommen. Wie gut, dass ich heute mit gewissem Abstand auf dieses Erlebnis zurückblicken kann ;-).

Samstag, 1. Juli 2017

Dunkelmomente - Epilepsie, auch sie gehört zu mir

Von Krämpfen geschüttelt

Hallo ihr Lieben,

ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen – ich weiß, seid mir nicht böse, aber manchmal drubbelt sich eben alles auf einmal.

In den vergangenen Tagen habe ich mir viele Gedanken über ein Thema gemacht, besser gesagt über eine Erkrankung, die ich leider auch habe. Es handelt sich dabei um eine Späterkrankung, verursacht durch die Thrombose und ihren Vernarbungen nach der Hirnblutung, die zu meiner Blindheit geführt hat. Ein großer Druck im Gehirn, ausgelöst durch eben diese Thrombose, hatte meinen Sehnerv genau an der Kreuzung des Sehnervs gequetscht, sodass dieser nicht mehr durchblutet wurde.

Ja, ich habe Epilepsie. Ich war mir unsicher ob ich euch davon erzählen soll, aber, diese Krankheit gehört zu meinem Leben genauso dazu wie meine Blindheit und so habe ich mich entschieden, euch auch davon zu berichten.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Glücksmomente - Blind Date mit Herrn Schweiz

Wie Social Media verbindet

Heute erzähle ich euch mal eine richtig tolle Geschichte.

Vor fünf Wochen etwa, der Lichtscherben Blog war gerade online gegangen, erhielt ich über Facebook eine Nachrichtenanfrage, von einem mir bis dato fremden Mann.

Mit einem gesunden, leicht skeptischen Gefühl, ließ ich mir sein Facebook-Profil vorlesen. Naja, ich kenne niemanden aus der Schweiz und trotzdem wagte ich es, ihm per Messenger eine Nachricht zu senden. Ich fragte ihn woher wir uns kennen würden und prompt bekam ich eine neue Nachricht von ihm.

Freitag, 2. Juni 2017

Alltagsmomente - Farb-Lese-Gerät

Manchmal bunt wie ein Papagei, aber rote Zwiebeln sind rot und braune sind braun

Das Farb-Laser Gerät ist für uns blinde Menschen ein sehr wichtiges Hilfsmittel. Etwa drei Jahre nach meiner Erblindung, habe ich es mir zugelegt. Mir ging es nämlich auf den Wecker, ständig fragen zu müssen, was für eine Farbe hat dieses T-Shirt, welche Farbe hat Dies und welche Farbe hat Das.

Das Farb-Lese-Gerät hat zwei Funktionen.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Alltagsmomente - Heiligtum Küche

Der Klang von Pfeffer und Salz

Unsere Küche ist mein Heiligtum und auch mein Lieblingsort im ganzen Haus. Ich bin sehr froh, dass ich vier Jahre lang in unserem Haus als sehender Mensch leben durfte, denn somit habe ich die Räumlichkeiten immer noch bildlich vor Augen. So ist es auch mit meiner Küche.

Viele Bestückungen der Küchenschränke haben wir so gelassen wie ich es wirklich noch vor Augen habe und wenn mal etwas umgestellt werden muss, dann tu ich das, damit ich mich stets gut zurechtfinde. Auf der Küchenarbeitsfläche hat alles seinen Platz und ich möchte, dass dort nichts rumsteht, was nicht dorthin gehört.

Ich gebe zu, da bin ich recht pingelig.

Freitag, 12. Mai 2017

Glücksmomente - Nordic Walking

Blind und Fitness im Wald, geht das?

Ich muss euch wirklich gestehen, dass ich in meinem früheren, sehenden Leben immer etwas geschmunzelt habe, wenn ich Menschen gesehen habe, die mit ihren Nordic Walking-Stöcken durch den Wald marschiert sind.

Für mich persönlich war das ein unvorstellbarer Sport, dachte ich.

Wieder einmal wurde ich eines Besseren belehrt, denn im Frühjahr 2012 entdeckte ich diesen Sport für mich.

Dienstag, 11. April 2017

Dunkelmomente - Der Anfang von Dunkel

Wie alles begann

Bis zum Tag X, der mein ganzes Leben verändern sollte, hatte ich ein schönes Leben. Ich war selbstständige Floristin, besaß einen eigenen Blumenladen, war mit Mann, Kind, Hund und Haus ein glücklicher Mensch. Alles prima.

Im Dezember 2004 hatte ich eine starke Grippe, die ich auf Grund meiner Selbstständigkeit nicht auskuriert hatte. Meine Beschwerden wurden einfach nicht besser und ich hatte wahnsinnig heftige Kopfschmerzen. Dolormin Extra wurde mein bester Freund und ich Stammkundin in der Apotheke.